Ein Blogbeitrag aus der alten Südstadt, der Klartext spricht.
Es ist ein sonniger Nachmittag auf dem Spielplatz an der Benediktinerstraße in der alten Paderborner Südstadt.
Kinder lachen, Eltern tauschen sich aus, die Kleinen bauen Sandburgen oder klettern über das Holzschiff. Doch zwischen Schaukel und Rutsche hört man immer wieder dieselbe Frage: „Bekommen wir nächstes Jahr überhaupt noch einen U3-Platz für unsere Tochter?“
Diese Sorge schüren ausgerechnet die Grünen im Paderborner Stadtrat – mit einer Attacke, die mehr politischem Kalkül als echter Sorge um Familien entspringt.
„Blindflug der Stadt“? Wer hier ohne Kompass fliegt, sind die Grünen selbst.
In einem öffentlichen Rundumschlag warf die grüne Ratsfraktion der Stadt Paderborn vor, beim Thema U3-Betreuung völlig planlos zu agieren. Der tatsächliche Bedarf werde angeblich nicht erhoben. Eine kühne Behauptung – denn sie ist schlichtweg falsch.
Die Stadt reagierte prompt und transparent:
1.434 U3-Plätze stehen im kommenden Kita-Jahr zur Verfügung, zusätzlich 352 Tagespflegeplätze. Grundlage dieser Zahlen sind aktuelle Meldedaten, Geburtenraten und Vormerkungen im Kita-Navigator. Das ist nicht „Blindflug“, das ist datengestützte Planung – und zwar auf hohem Niveau.
Was also bezwecken die Grünen mit solchen Vorwürfen?
Die Wahrheit ist unbequem:
Die Grünen regieren in NRW mit – und sind damit mitverantwortlich für das landesweite Kita-Chaos. In vielen Städten und Gemeinden gehen die Plätze zurück, Personal fehlt, Träger stehen finanziell am Abgrund.
Und nun versucht man ausgerechnet dort, wo die Situation vergleichsweise stabil ist – in Paderborn – mit dem Finger auf andere zu zeigen.
Das ist Doppelmoral pur.
Politik auf dem Rücken der Familien – das lassen wir uns nicht bieten.
Ich bin in der Brüder- und Widukindstraße aufgewachsen, gleich um die Ecke. Ich kenne die Sorgen der Eltern in der Südstadt. Und ich weiß, dass sie keine Schuldzuweisungen brauchen, sondern Lösungen.
Wer von „Rückbau“ und „Kita-Katastrophe“ spricht, sollte erstmal vor der eigenen Haustür kehren – in Düsseldorf. Dort wird entschieden, wie viele Erzieherstellen es gibt. Dort wird entschieden, wie Kitas finanziert werden. Und dort versagt Schwarz-Grün seit Jahren.